HEV Newsletter 2013/2

Zentrumsplanung Schlieren - Mit einem attraktiven Zentrum zu einem attraktiveren Schlieren

Seit Jahren wird auch vom HEV Schlieren ein lebendiges und attraktives Zentrum gewünscht.

"Das Zentrum von Schlieren wird attraktiv", so heisst es kurz und bündig im Leitbild des Stadtrates für die Jahre 2010-2014.

Was macht ein Zentrum attraktiv? Es sind unseres Erachtens im Wesentlichen die folgenden Merkmale: Es ist das Herz der Stadt und es wird von der grossen Mehrheit der Einwohner und Besucher allgemein als anziehend und sympathisch empfunden. Es ist belebt und bewohnt. Das Zentrum muss gut erreichbar sein. Hier können sich Leute treffen, sie können einkaufen oder flanieren oder gar ausgehen. Damit sich im Zentrum trotz des augenfälligen Strukturwandels bei Ladengeschäften auch attraktive und vielfältige Geschäfte und Gastronomiebetriebe ansiedeln, braucht es zusätzlich zur guten Erreichbarkeit während des ganzen Tages hohe Passantenfrequenzen. Im Zentrum sollte auch das kulturelle Leben einer Stadt stattfinden können.

Alle diese Merkmale bedingen im Zentrum eine hohe bauliche Dichte mit gleichzeitig hohem Wohnanteil (in den Zentren zu wohnen liegt im Trend!).

Im Juni und August 2013 hat der Stadtrat zwei Planungsworkshops abgehalten. Jedermann konnte sich dazu anmelden und teilnehmen (siehe unseren Newsletter vom 6.6.2013). Es sollte geklärt werden, welche Nutzungsmöglichkeiten im Zentrum bevorzugt werden. Die Idee einer Eventhalle und eines Hotelhochhauses wurde vom Stadtrat zur Diskussion gestellt. Von den Beteiligten wurden zusätzlich auch der Bau einer auf die Bedürfnisse von Schlieren ausgerichteten Stadthalle mit Nebennutzungen und die Ausdehnung des Stadtparks eingebracht. Es war eher überraschend, dass sich in der Schlusswertung die grosse Mehrheit der Beteiligten für eine Erweiterung des Stadtparks bis zum Stadtplatz entschieden.

Wir bezweifeln, dass ein derart grosser Park im Zentrumsbereich objektiv eine echte Aufwertung des Zentrums ist. Der bestehende, grosszügig bemessene Park wird in grossen Teilen von der Schlieremer Bevölkerung nur schlecht genutzt und ist oft mit leeren Alkoholflaschen und Abfall übersäht. Würde sich dies bei einem viel grösseren Park ändern?

Rund um das Zentrum sind in Schlieren viele Neubauten mit attraktiven Wohnungen entstanden und mehr als 41000 Einwohner sind in den letzten sechs Jahren zugezogen — weitere Wohnungen und Einwohner werden folgen. Den Investoren, den Hauseigentümern und auch den Bewohnern wurde seit Jahren ein attraktives Zentrum in Aussicht gestellt. Der öffentliche Teil des Zentrums wirkt leider immer noch trostlos und eine Veränderung dieses Zustandes ist nicht absehbar. Dies hat auch negative Auswirkungen auf unsere Ladengeschäfte im Zentrum.

Wir ermuntern den Stadtrat, dass er im Sinne seines im Leitbild (2010-2014) versprochenen Zieles die Entscheidungsfindung auf breiter Basis zügig weiterführt und dann auch rasch umsetzt.

Der Vorstand des HEV Schlieren steht zu den eingangs formulierten Merkmalen eines lebendigen und attraktiven Zentrums und könnte sich im Sinne einer Anregung gut vorstellen, auf dem "alten Gemeindeplatz" anstelle des als Zentrums Wahrzeichens gedachten Hotelhochhauses ein Wohnhochhaus mit Geschäftsnutzungen im Parterre zu erstellen und den Platz westlich des Stadtplatzes für eine auf die Bedürfnisse von Schlieren abgestimmte Stadthalle (als Ersatz für den Salmensaal) mit Nebennutzungen (wie Restaurant, Läden, Wohnungen) zu verwenden. Hinter der Stadthalle würde sich der Park erweitern, auf dem auch Kulturanlässe, wie die traditionelle Chilbi, möglich sein würden.

Gesellschaftliche Veränderungen - Auswirkungen für Haus- und Wohnungseigentümer?

Der HEV Limmattal hat am kommenden Dienstag, 29. Oktober 2013, 19.30 Uhr, im Parlamentssaal im Stadthaus Dietikon, den folgenden Anlass organisiert, dessen Besuch wir Ihnen gerne empfehlen.

Die Wohneigentumsquote in der Schweiz wächst beständig und liegt nun bei rund 40 % (1990: 31 %). Viele Mittelstandsfamilien erfüllen sich den Traum von den eigenen vier Wänden: Unabhängigkeit, Sicherheit, Geborgenheit und Gestaltungsmöglichkeiten stehen im Mittelpunkt. Jeder der heute Grundeigentum erwirbt, weiss aufgrund er vielen Medienberichte aber auch um die Risiken der zur Zeit stark gestiegenen Kaufpreise und der verlockend tiefen Hypothekarzinse - trotzdem erfüllt er sich seinen Traum.

Zweitwohnungsinitiative, Raumplanungsgesetz und Kulturlandinitiative sind einige Stichworte von Volksabstimmungen in den letzten zwei Jahren. Alle diese Abstimmungen haben negative Auswirkungen auf das Grundeigentum zur Folge und schaffen grosse Unsicherheiten, wenn nicht gar Wertverluste, für die Grundeigentümer. Oft ist es den Initianten mit aggressiver Abstimmungswerbung gelungen, die Haus- und Wohnungseigentümer als reiche und gierige (Abzocker) Interessengruppe hinzustellen, denen grosse Opfer zugemutet werden dürfen. Erst vor kurzem wurde die Initiative für eine Erbschaftssteuer auf eidgenössischer Ebene eingereicht. Die Parlamente werden sich in nächster Zeit mit dieser Initiative auseinandersetzen. Aufgrund der hohen Verkehrswerte von Haus- und Wohnungsgrundstücken würde eine Annahme der Initiative die Grundeigentümer bzw. deren Erben wiederum im besonderen Mass treffen.

Wir müssen feststellen, dass durch die "Neid-Debatten" die wirtschafts- und eigentumsfeindlichen Tendenzen zunehmen. Das verheisst für den Mittelstand und die Haus- und Wohnungseigentümer leider nicht Gutes. Wie begegnen wir diesen Tendenzen? Wir hoffen, die Veranstaltung bringt dazu auch aus der Sicht der Haus- und Wohnungseigentümer Antworten.